

Setzt sich das Pferd in Bewegung, sobald der Reiter den Fuß im Steigbügel hat, wird es gefährlich: Er kann beim Mithüpfen stürzen und im Steigbügel hängenbleiben oder beim Hochschwingen hinter dem Sattel landen, oft mit dem Resultat, dass das Pferd panisch losrennt oder bockt. Gerät der Reiter komplett aus dem Gleichgewicht, kann er direkt auf der anderen Seite wieder herunterrutschen. Geschieht das Ganze noch im freien Gelände oder gar auf der Straße, hat das meist fatale Folgen.
„Es ist erstaunlich, wie viele Reiter sich beim Aufsitzen mit einem zappelnden Pferd arrangieren“, wundert sich Irene Boss, TTEAM- und Connected-Riding-Trainerin und Schülerin von Phillipe Karl. „Anstatt das Problem gezielt anzugehen, ziehen viele lieber jedes Mal an den Zügeln, schimpfen lauthals oder warten, bis das Pferd irgendwann von selbst stehen bleibt“. Hierdurch werde das unerwünschte Verhalten aber nur bestärkt, weil Pferde auf diese Weise lernten, sich Freiheiten herauszunehmen und sich gegen den Menschen durchzusetzen. Bevor man also falsch reagiert oder sich jedes Mal über den „blöden Gaul“ ärgert, der partout nicht stehen bleiben will, sollte man immer erst überlegen, woran es liegen kann“, rät die Reitlehrerin und Inhaberin der Reitschule Eulenmühle in Ingelheim Wiltrud Heine. Denn das Nichtstehenbleiben beim Aufsitzen kann mehrere Gründe haben. Und da unterschiedliche Ursachen auch unterschiedliche Maßnahmen erfordern, sollte dem Ursprung des Problems unbedingt auf den Grund gegangen werden, um ihm wirkungsvoll begegnen zu können.
Foto: Birgit van Damsen
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