
Foto: Heüveldop
Vergiftungen durch Pflanzen gehören zu den eher seltenen Ereignissen in der Pferdepraxis, soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Es kommt Jahr für Jahr zu Vergiftungsfällen, oft mit tödlichem Ausgang. „Zwei Pferde an Vergiftung mit Eibe gestorben“ – so oder ähnlich lauten die entsprechenden Schlagzeilen. Das Tückische: Mit dem Auftreten der Symptome kommt oft jede Hilfe bereits zu spät.
Viele Pflanzen enthalten Substanzen, die sie für Mensch und Tier gefährlich machen. Diese unverträglichen Wirkstoffe dienen dem Schutz der Pflanzen und sollen Fraßfeinde fernhalten. Die „Abwehr“ funktioniert in der Regel auch. Die meisten giftigen Weidepflanzen werden von Pferden gemieden, zumal viele unangenehm riechen und schmecken.
Pferde fressen sehr selektiv – vorausgesetzt, das Futterangebot ist groß genug. „Grüne Giftpflanzen werden von Pferden meist nur aufgenommen, wenn ein Mangel vorliegt. Wenn die Weideflächen abgefressen sind, die Pferde über längere Zeit in kahlen Paddocks stehen oder im Winter einfach kein frisches Grün erreichbar ist“, so die Erfahrung von Tierarzt Dr. Stefan Meißner. Immer wieder hört man auch von Vergiftungsfällen, nachdem Schnittgut von Buchsbaum oder Eibe auf Pferdeweiden entsorgt wurde oder Spaziergänger Pferde mit giftigem Grünzeug fütterten. Unter ungünstigen Bedingungen kommt es zum Beispiel zu Vergiftungen durch Hahnenfußgewächse, vor allem wenn an Bächen und Tümpeln auf sonst kahlen Flächen überwiegend nur diese Pflanzen wachsen.
Wissen Pferde denn nicht instinktiv, welche Pflanzen ungenießbar sind? Hier sind sich die Fachleute nicht ganz einig. Mal ist von einem verkümmerten Instinkt unserer domestizierten Pferde zu lesen. Dem widersprechen andere Ausführungen, die das Lernverhalten der Pferde in den Vordergrund stellen. Demnach lernen Pferde durch das Verzehren kleiner Mengen unbekannter Pflanzen, welche verträglich sind und welche sie meiden sollten. In einem intakten Herdengefüge scheinen sich die Jungtiere das Verhalten der Älteren abzuschauen.Ebenso wie Langeweile und Heißhunger ist auch Aufregung ein Faktor, der Pferde in Versuchung führt, an ungenießbaren Pflanzen zu knabbern, und die Gefahr einer Vergiftung begünstigt. Nicht zuletzt sind manche Pflanzen auch in getrockneter Form noch giftig und können mit dem Heu in die Reichweite der Pferde gelangen. Dabei richten schon geringe Mengen oft großen Schaden an und die Devise „Vorbeugen ist besser als Heilen“ hat einmal mehr ihre Berechtigung.
(Buxus sempervirens)
Foto: Heüveldop
Der Gewöhnliche Buchsbaum, auch nur Buchs genannt, ist ein bis 4 m
hoher immergrüner dichter Strauch oder kleiner Baum aus der Gattung der Buchsbäume. Die vielseitige Zierpflanze spielt eine große Rolle in der Gartengestaltung und wird gerne kunstvoll in Form geschnitten.
Der Buchs trägt kleine eiförmige lederartige Blätter und zeichnet sich durch sehr langsames Wachstum aus. Das trägt auch dazu bei, dass er sehr hartes Holz bildet, das heute noch beim Bau von Musikinstrumenten verwendet wird.
Blütezeit: April bis Mai.
Früchte: Spätsommer-Herbst; je 2 Samen wachsen in schwarzbraunen bis grüngrauen Kapseln heran.
Vorkommen: Als Wildform in Deutschland kaum verbreitet, nur in einigen Teilen des Schwarzwaldes sowie im Rhein- Moselgebiet. Heimisch als Zierstrauch oder Hecke. Buchsbaum ist eine beliebte Einfassung von Reitplätzen oder Beeten, einzelne Pflanzen sowie Zweige werden auch gerne als Dekoration auf Turnieren oder bei Reitveranstaltungen benutzt.
Giftige Pflanzenteile: alle, vor allem Blätter, Rinde und Früchte. Buchsbaum enthält ca.
70 verschiedene Steroidalkaloide. Besonders große Mengen Alkaloide, bis zu 3%, finden sich in Blättern und Rinde.
Wirkung des Gifts: Die Gifte wirken auf den Magen-Darmtrakt sowie das Zentrale Nervensystem. Sie haben erst erregende, dann lähmende Wirkung. Weitere Anzeichen sind Benommenheit, schwankender Gang, Krämpfe sowie Koliksymptome. Der Tod tritt durch Herz- und Atemstillstand ein.
Gefährliche Dosis: stark giftig; 750 g wirken tödlich.
Achtung: Immer wieder kommt es zu Buchsbaum-Vergiftungen durch Heckenschnitt, der auf Pferdeweiden entsorgt wird!
(Taxus baccata)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt
Die Eibe, ein immergrüner Nadelbaum, gehört zur Familie der Eibengewächse. Über die nördliche Halbkugel sind insgesamt sieben Arten verbreitet. Die bekannteste ist die Europäische Gemeine Eibe (Taxus baccata), die auch Iba, Taxus, Beeren- oder Friedhofseibe genannt wird. Von ihr stammen die vielen Gartenformen, die als Zier- oder Parkbäume gepflanzt werden. Zu Vergiftungen kommt es immer wieder, weil Schnittgut der Eibe auf Pferdeweiden entsorgt wird oder Spaziergänger Pferde mit Eibenzweigen füttern. Eiben erreichen eine Höhe von 2-20 m. Es gibt Bäume mit weiblichen sowie mit männlichen Blüten. Die männlichen sind gelb und stehen kätzchenartig in den Achseln der Nadeln, die weiblichen weisen nur eine Samenanlage auf. Charakteristisch für die Eibe sind die attraktiven roten Scheinbeeren. Dabei handelt es sich um einen fleischigen, scharlachroten Samenmantel, der holzige, schwarzbraune Samen umhüllt. Die etwa 30 mm langen Nadeln der Eibe sind weich und mit 2,5 mm relativ breit.
Blütezeit: März-April
Früchte: August-Oktober
Vorkommen: Der Baum wächst in Laubmischwäldern in lichten, halbschattigen Lagen, oft auf Kalkböden. Außerdem wird er als Zierstrauch, - baum oder Hecke angepflanzt.
Giftige Pflanzenteile: alle, bis auf den Samenmantel, vor allem die Nadeln und Samen. Die höchste Giftkonzentration findet sich im Januar in den alten gelben Nadeln, der niedrigste im frischen Grün im Mai. Wirkung des Gifts: Die Gifte der Eibe wirken auf das Herz-Kreislaufsystem sowie auf das Zentrale Nervensystem. Die Aufnahme größerer Mengen führt schnell zu einer Herz- und Atemlähmung. Bei der Aufnahme kleiner Mengen kommen weitere Symptome auch zum Tragen. Nach etwa einer Stunde zeigen sich starke Koliken, starker Speichelfluss und Schaum im Maulbereich, Blutdruckabfall, Zittern, Durchfall oder Verstopfung sowie Blasen- und Nierenschädigung. Dabei besteht anfangs ein starker Harndrang, später nur noch tröpfelnder Harnabsatz. Krämpfe, Schwanken und Schwäche folgen, letztendlich kommt es zum Zusammenbruch und Tod durch Atem- und Herzlähmung.
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig; tödliche Dosis: 100-200 g der Nadeln, 500 g der jungen Spitzen. Der Tod kann bereits 5 Minuten nach Aufnahme eintreten.
Achtung: Eine Verwechslung der Eibe mit Nadelbäumen ist möglich.
(Ilex aquifolium)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt
Die Stechpalme wächst sowohl als Strauch wie auch als Baum und wird bis zu 10 m hoch. Sie bevorzugt schattige Lagen und trägt immergrüne, glänzende Blätter, die dornig gezähnt und eiförmig sind. An älteren Bäumen findet man auch ganzrandige Blätter. Immerhin kann die Stechpalme 300 Jahre alt werden. Die weißen Blüten stehen zu mehreren in den Blattachseln. Im Herbst entwickeln sich dann die erbsengroßen korallenroten Beeren. Wilde Bestände der Stechpalme stehen in Deutschland unter Naturschutz.
Blütezeit: Mai-Juni
Früchte: Herbst-Winter
Vorkommen: Im Unterholz von Buchen- und Fichtenwäldern, Parks, Gärten; beliebt als Weihnachts-Dekoration. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist vor allem Süd- und Westeuropa.
Giftige Pflanzenteile: Beeren und Blätter.
Wirkung des Gifts: Vergiftungen zeigen sich durch Schläfrigkeit, Magen-Darmbeschwerden, Durchfall.
Gefährliche Dosis: stark giftig;
tödliche Dosis nicht bekannt.
(Thuja occidentalis, Thuja platycladus)
Foto: Heüveldop
Der Name Lebensbaum stammt von der im 18. Jahrhundert gebräuchlichen Bezeichnung Arbor vitae (lat. Arbor = Baum, vita = Leben), wahrscheinlich der frisch grünen Blätter wegen. Am meisten verbreitet sind bei uns der Abendländische Lebensbaum (Thuja occidentalis) und der Morgenländische Lebensbaum (Thuja platycladus). Die immergrünen Bäume erreichen eine Höhe von 15-20 m. Die schuppenförmigen Blätter riechen beim Zerreiben stark aromatisch. Die weiblichen Blüten bestehen aus 1 cm langen, erst grünen und später braun gefärbten Zapfen, die männlichen Blüten sind kugelförmig. Lebensbäume werden gerne als Sicht- oder Windschutz als Hecken gepflanzt. Einzelne Pflanzen sieht man auch häufig als Dekorationen auf Turnieren.
Blütezeit: April-Mai
Früchte: Herbst-Winter
Vorkommen: Beliebter Zier- und Gartenstrauch, der ursprünglich in Südeuropa, Ostasien und Nordamerika heimisch war.
Giftige Pflanzenteile: alle, besonders Blätter, Zweigspitzen und Zapfen, auch das Holz.
Wirkung des Gifts: Ätherische Öle sowie Thujon wirken stark reizend und können schwere Hautreizungen und -entzündungen verursachen. Bei innerer Aufnahme des Giftes kommt es zu starken Magen- und Darmentzündungen, Krämpfen und Nieren- sowie Leberschädigungen. Thujon kann tödlich wirken.
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig; tödliche Dosis nicht bekannt
(Prunus laurocerasus)
Foto: Heüveldop
Der Kirschlorbeer aus der Familie der Rosengewächse wächst als Strauch 2-4 m hoch. Seinen Namen erhielt er wohl aufgrund seiner Steinfrüchte sowie seiner lorbeerähnlichen Blätter. Diese sind 8-15 cm lang oval und glänzen ledrig dunkelgrün. Sie sind wintergrün und riechen beim Zerreiben nach Bittermandelöl.
Die kleinen weißen duftenden Blüten stehen in etwa 12 cm langen Trauben. Im Spätsommer entwickelt der Strauch seine zuerst grünen und sich später schwarz färbenden Früchte, die Kirschen ähneln.
Blütezeit: April-Mai, manchmal auch noch mal im September
Früchte: August-September
Vorkommen: Der Strauch ist ursprünglich in Westasien und Südosteuropa heimisch. Bei uns findet man ihn vor allem als Zierstrauch in Gärten und Parkanlagen.
Giftige Pflanzenteile: alle, besonders Blätter und Samen. Dabei enthalten die Früchte geringere, die Blätter und Samen deutlich größere Mengen des Giftstoffes Prunasin, einem Glykosid. Die giftige Wirkung beruht auf der von den Glycosiden im Körper entwickelten Blausäure. Das Fruchtfleisch ist beinahe giftfrei.
Wirkung des Gifts: vermehrter Speichelfluss, Reizungen der Schleimhäute, Magen- und Darmstörungen, Erregung, Atemproblemen; bei starker Vergiftung kommt es zu Atemlähmung.
Gefährliche Dosis: stark giftig; Angaben zu tödlicher Dosis liegen zwischen 400 und 1000 g der Blätter.
(Colchicum autumnale)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt
Die Herbst-Zeitlose hat eine Sonderstellung in diesem Beitrag. Sie gehört weder zu den immergrünen noch zu den frühblühenden Pflanzen. Da ihre giftigen Blätter aber im Frühjahr zur Gefahr werden können, soll sie an dieser Stelle erwähnt werden. Die Herbst-Zeitlose ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Zeitlosengewächse (Colchicaceae) gehört. Sie ist weit verbreitet und häufig auf nassen Wiesen und Böschungen anzutreffen. Sie bevorzugt sonnige oder halbschattige Standorte, an denen es relativ warm und geschützt ist. Die Pflanzen werden 15 bis 30 cm hoch. Blüte und Blätter erscheinen zeitversetzt. Im Herbst blüht die Pflanze zartrosa bis lila und erinnert dabei an Krokusse. Die tulpenähnliche (lanzettliche) Blätter erscheinen im nächsten Frühjahr. Das macht sie in der ansonst kargen Zeit unter Umständen reizvoll für Pferde.
Blütezeit: August-Oktober
Früchte: Juni
Vorkommen: feuchte Wiesen und Weiden, Auenwälder; auch als Zierpflanzen.
Giftige Pflanzenteile: alle, besonders Knolle und Samen; auch getrocknet im Heu noch giftig.
Wirkung des Gifts: Herbstzeitlose enthält 20 Alkaloide, darunter das Gift Colchicin, das Ähnlichkeiten mit Arsen aufweist und im Magen-Darm-Trakt stark reizend wirkt. Betroffene Pferde zeigen einige Stunden nach Aufnahme des Gifts Symptome wie Fressunlust, vermehrtes Speicheln und Kreislaufstörungen. Weitere Anzeichen sind brauner, blutiger Harnabsatz oder Koliken mit blutigem Durchfall. Der Tod durch Atemlähmung kann nach einem Tag eintreten, aber auch nach einer Woche, da sich das Gift anreichert und nur langsam ausgeschieden wird.
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig; 1200-3000 g frisches Blatt- und Kapselmaterial. 3 Tage nach Aufnahme von 5 kg/Tag Heu mit einem Anteil von 1,48% Herbstzeitlose sind Kolik und Todesfälle möglich.
Achtung: Herbstzeitlose kann mit Bärlauch verwechselt werden, da sich die Blätter stark ähneln und keine Blüten zum Vergleich vorhanden sind.
(Helleborus niger)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt
Die Schwarze Nieswurz wird etwa 15-30 cm hoch und gehört, wie auch die Stinkende Nieswurz oder die Grüne Nieswurz zur Familie der Hahnenfußgewächse. Die Bezeichnung Nieswurz erhielt sie wegen ihrer Verwendung in Niespulvern. Christrose nennt man die Pflanze auch, da sich schon zur Weihnachtszeit die ersten Blüten zeigen können. Die ledrigen Blätter sind immergrün, langgestielt und 7- bis 9-teilig. Die Blüten der Christrose sind meist weiß. Sie haben 5 weiße Blütenblätter und gelbe Staubblätter.
Blütezeit: Dezember-Februar
Früchte: vielsamige Balgfrucht
Vorkommen: Subalpine Wälder und Gebüsche, in Deutschland findet man sie wild nur in den Berchtesgadener Alpen. Heute ist sie auch als Gartenzierpflanze geschätzt.
Giftige Pflanzenteile: alle
Wirkung des Gifts: Die Pflanze enthält das Saponin Helleborin und Protoanemonin. Die Gifte führen zu Reizung der Schleimhaut von Maul und Verdauungstrakt: Außerdem kommt es zur Schädigung der Niere beim Ausscheiden.
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig, 8-10 g frische Wurzeln sind tödlich
Achtung: Die Christrose ist geschützt!
Hinweis
Alle Hahnenfußgewächse sind für Pferde giftig und schmecken bitter. Da die Vielfalt groß ist und die Unterscheidungsmerkmale oft gering sind, gilt für den Laien als Orientierung: Alles, was im Frühjahr gelb blüht und kein Krokus ist, gehört in die große Gruppe der Hahnenfußgewächse, beispielsweise Dotterblume, Scharbockskraut und Winterling.
(Galanthus nivalis)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt
Das Schneeglöckchen ist ein Zwiebelgewächs und bringt jeweils 1 weiße, nickende Blüte hervor. Diese erscheint schon sehr früh im Jahr mit dem ausklingenden Winter. Die Blüte hat 3 äußere und 3 innere Blütenblätter. Die inneren sind um die Hälfte kleiner als die äußeren, außerdem tragen sie an der Spitze einen gelbgrünen Fleck.
Die Pflanze hat 2 linealförmige, fleischige Blätter und wird etwa 8-30 cm hoch.
Blütezeit: Februar-April
Früchte: eine eiförmige grüne Kapselfrucht
Vorkommen: Das Schneeglöckchen wächst in schattigen feuchten Laub- und Laubmischwäldern und ist wegen seiner frühen Blütezeit eine beliebte Gartenpflanze.
Giftige Pflanzenteile: ganze Pflanze, besonders Zwiebeln
Wirkung des Gifts: verschiedene giftige Alkaloide, unter anderem das Galanthamin
Gefährliche Dosis: schwach giftig bis giftig, besonders die Zwiebel, ab 1000 g Zwiebeln tödlich.
Achtung: Schneeglöckchen dürfen nicht abgepflückt werden, sie stehen unter Naturschutz!
(Narcissus spec. & Tulipa spec.)
Foto: Heüveldop
Osterglocken oder auch Narzissen (Familie der Narzissengewächse) sowie Tulpen (Familie der Liliengewächse) zählen zu den Frühlingsboten und kommen in zahlreichen Varianten vor. Bei der Narzisse handelt es sich um eine 15 bis 50 cm hohe Staude mit brauner Zwiebel. Sie hat 3-6 grundständige, längliche etwa 1 cm breite Blätter. Der Blütenstängel ist blattlos und trägt eine gelbe, glockige trichterförmige Blüte. Die Nebenkrone ist eine dottergelbe, walzige Röhre mit gekerbtem Saum. Tulpen gibt es in zahlreichen farbenprächtigen Zuchtvarianten. Aus der Zwiebeln wachsen zwei längliche, breit lanzettliche Blätter, der Stängel ist hohl und trägt eine aufrechte glockenförmige Blüte mit meist 6 getrennten Perigonblättern.
Blütezeit: ausklingender Winter bis Frühjahr
Vorkommen: Zierpflanzen in Gärten und Parkanlagen. Wildwachsende Narzissen finden sich auf Wiesen, an Gräben und in lichten Wäldern.
Giftige Pflanzenteile: alle, besonders die Zwiebel
Wirkung des Gifts: Das Gift der Narzissen (Alkaloide, Oxalate) führt zu Schweißausbruch, Herzrhythmusstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Krämpfen, Zittern, Absenken von Herzschlag und Körpertemperatur. Tulpen enthalten Tulliposid A und B, Tulippin (Glycoprotein), das zu Magen-Darm-Reizungen führt, und Lectin. Weitere Symptome sind Kolik und Durchfall.
Gefährliche Dosis: giftig, Tödliche Dosis beim Pferd nicht bekannt;
(Anemone nemorosa)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt
Das Buschwindröschen, im Volksmund auch Hexenblume genannt, ist ein typischer Frühlingsbote, der die Krautschicht in Wäldern bildet, während die Bäume noch kein Laub tragen. Die niedrige, 8 – 15 cm hohe Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse kommt praktisch in ganz Europa vor. Im Frühjahr entfalten Buschwindröschen an manchen Stellen üppige Blütenteppiche mit ihren weißen Blütensternen. Früher wurde die Pflanze in der Homöopathie bei Gelenkrheuma und Magenentzündungen angewendet.
Blütezeit: März-April
Früchte: einsamige, kurzgeschnäbelte Nüsschen im Herbst
Vorkommen: in Laubwäldern, Gebüschen und auf Wiesen
Giftige Pflanzenteile: gesamte Pflanze; höchster Giftgehalt während der Blüte
Wirkung des Gifts: Die Giftstoffe wirken Schleimhaut reizend und können zu Entzündungen im Magen-Darm-Trakt führen. Symptome: Durchfall, Krämpfe, Kolik, blutiger Urin und Nierenschädigung. Todesfälle sind selten.
Gefährliche Dosis: giftig; tödliche Dosis beim Pferd nicht bekannt
(Genista spec. und Ulex spec.)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt

Ginsterarten gehören zu den Schmetterlingsblütlern, wie auch Goldregen, Lupine oder Gartenbohne. Außer Besenginster gibt es auch den Deutschen Ginster (Genista germanica), den Färber-Ginster (Genista tinctoria) sowie den Europäischen Stechginster (s. Bild; Ulex europaeus), die Ähnlichkeiten mit dem Besenginster aufweisen und ebenfalls als giftig eingestuft werden. Ginster wächst als Strauch oder Halbstrauch und kann bis zu 2 m Höhe erreichen. In der Blütezeit reihen sich etwa 2 cm große, gelbe oder rote Blüten hintereinander.
Blütezeit: Mai-Juni
Früchte: flache, braune Hülsen mit schwarzen Samen
Vorkommen: an Waldrändern, auf Heiden, auch als Zierstrauch in Gärten Giftige Pflanzenteile: gesamte Pflanze
Wirkung des Gifts: In kleinen Mengen ist die Wirkung erregend, entwässernd und abführend; betroffene Pferde fallen durch allgemeine Unruhe, Herzrasen und erhöhte Körpertemperatur auf. In größeren Mengen aufgenommen folgen Lähmungen, Krämpfe bis zur Atemlähmung und Verstopfungen bis zum Darmverschluss.
Gefährliche Dosis: giftig, tödliche Dosis nicht bekannt
Achtung: Kann bei tragenden Stuten frühzeitig Wehen auslösen!
(gemeine und nickende Pulsatilla spec.)
Foto: Heüveldop

Die Küchenschelle zählt zu den Hahnenfußgewächsen und ist ein bis 50 cm hohes, feines mehrjähriges Kraut. Die Form der halb geschlossenen Blüte ähnelt einer Glocke, oder eben Kuhschelle und so hat die Verkleinerungsform „Kühchen“ zur Bezeichnung Küchen-Schelle geführt. Die Wiesenküchenschelle (Pulsatilla pratensis) gehört zu den geschützten Pflanzen und ist noch seltener anzutreffen als die Gemeine Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris). Als homöopathisches Mittel aufbereitet wird die zarte Pflanze in der Homöopathie bei allerlei Beschwerden eingesetzt.
Blütezeit: März-Mai
Früchte: Nüsschen, an dem der Griffel einen stark verlängerten und zottig behaarten Federschweif bildet.
Vorkommen: sonnige Trockenwiesen mit kalkhaltigen Böden sowie lichte Kiefernwälder; die gewöhnliche Kuhschelle ist auch als Gartenpflanze beliebt.
Giftige Pflanzenteile: gesamte Pflanze
Wirkung des Gifts: Das enthaltene Protoanemonin ist ein sehr heftig wirkendes Reizmittel für Haut und Schleimhäute.
Gefährliche Dosis: giftig
Achtung: Als früh blühende Wiesenblume attraktiv für unerfahrene Pferde
(Fritillaria meleagris)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt
Die Schachblume, auch Schachbrettblume oder Kiebitzei, ist eine Zwiebelpflanze aus der Familie der Liliengewächse. Die zunächst aufrechten Knospen senken sich zur Blüte nach unten, in England wird die Pflanze deshalb auch Schlangenkopf genannt. Die violetten, manchmal auch weißen, Blütenblätter habe ein auffälliges, typisches Schachbrettmuster, dem die Pflanze ihren Namen verdankt.
Blütezeit: April-Mai
Früchte: nach der Blüte
Vorkommen: auf feuchten Wiesen, insbesondere Bergwiesen; in Gärten gelegentlich als Zierpflanze; erträgt nur in Grenzen eine Beschattung.
Giftige Pflanzenteile: vor allem die Zwiebel, enthält eine Reihe von Alkaloiden
Wirkung des Gifts: schädliche Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem
Gefährliche Dosis: giftig
Achtung: Aufgrund des Rückgangs der Feuchtgebiete ist die Schachbrettblume in ihrem Bestand stark gefährdet.
(Daphne mezereum)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt

Bis 120 cm hoch wird der Strauch mit den lanzettlichen Blättern am Ende der Zweige. Vor den Blättern erscheinen zwischen Februar und April die intensiv duftenden, kräftig rosa gefärbten Blüten. Die Rinde des Gemeinen Seidelbastes wurde früher in Essig eingelegt und als Zugpflaster verwendet. Bettler sollen sich seinerzeit mit Seidelbast hässliche Hautwunden zugefügt haben, um das Mitleid der Bevölkerung zu wecken. Besondere Vorsicht ist geboten, da schon geringe Mengen zum Tode führen können und die giftigen Wirkstoffe auch in getrocknetem Zustand der Pflanze erhalten bleiben.
Blütezeit: Februar-April
Früchte: ab Juli kräftig rote, erbsengroße, ovale Früchte.
Vorkommen: Laub- und Laubmischwälder mit nährstoffreichen, kalkhaltigen Böden, in Gebüschen, an Bachufern; auch als Zierstrauch in Gärten.
Giftige Pflanzenteile: alle, besonders die roten Beeren und Rinde. Die Giftstoffe bleiben auch getrocknet wirksam.
Wirkung des Gifts: Das Gift kann sowohl durch Fressen als auch über die Haut aufgenommen werden. Haut und Schleimhäute werden stark gereizt, dadurch entstehen Entzündungen und Blasen. Das aufgenommene Gift schädigt Magen, Darm und Nieren, zentrales Nervensystem und Kreislauf bis zum Kreislaufkollaps.
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig, wenige Beeren werden als kritisch eingestuft, 30 g von der Rinde für Pferde tödlich.
Achtung: Seidelbast ist sehr hautreizend. Müssen Sie eine Probe nehmen, Handschuhe anziehen!
(Ranunculus ficaria)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt
Das Scharbockskraut ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sein Name leitet sich von Scharbock (Skorbut) ab, da die jungen Blätter reich an Vitamin-C sind und früher von Seefahrern gegen diese Mangelerscheinung eingenommen wurden. Das mehrjährige Kraut mit herzförmigen Blättern erreicht eine Höhe von 10 – 20 cm. Auffällig sind die einzeln stehenden, lang gestielten goldgelben Blüten mit je acht bis elf Kronblättern. Scharbockskraut ist ein Frühjahrsblüher und schließt bereits im Mai seinen Lebenszyklus ab. Ähnlich wie Bärlauch und Schneeglöckchen zieht die Pflanze dann alle oberirdischen Teile unter die Erde zurück.
Blütezeit: März-Mai
Früchte: 1 mm lange Früchtchen mit geradem Schnabel
Vorkommen: feuchte Wiesen, Gebüsche, Hecken oder lichte Laubwäldern und an Laubwaldränder; auch an Grabenrändern und in staunassen Weiden
Giftige Pflanzenteile: ganze Pflanze, besonders Wurzel. Das Gift (Protoanemonin) bildet sich erst in der Blüte. Heu: ungiftig, Silage: nach zwei Monaten ungiftig.
Wirkung des Gifts: bei Aufnahme großer Mengen: Unruhe, Husten, Kolik, Schluckbeschwerden, Nasenausfluss, gerötete, geschwollene Lippen und Maulschleimhaut, Durchfall
Gefährliche Dosis: giftig; kritisch bei massenhaftem Auftreten in Weiden.
(Adonis vernalis)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt

Das Frühlings-Adonisröschen ist eine 15 – 25 cm hohe, ausdauernde, krautige Pflanze mit saftgrünen Blättern. Typische Kennzeichen: 3 – 7 cm große, goldgelbe Blüten. Die Wirkstoffe des Adonisröschen sind Bestandteil verschiedene Herz- und Kreislaufmittel. Auch in der Homöopathie setzt man die Pflanze als Herzmittel ein. Für Pferdeleute von Bedeutung: die Giftstoffe der Pflanze bleiben auch im Heu wirksam.
Blütezeit: April-Mai
Früchte: kugelige Fruchtstände aus mit vielen kleinen Nüsschen.
Vorkommen: sonnige Hügel, Steppenheiden und Wiesenhänge
Giftige Pflanzenteile: gesamte Pflanze; Giftstoffe bleiben auch im Heu wirksam.
Wirkung des Gifts: Benommenheit, taumelnder Gang, Herzrhythmusstörungen; bei entsprechend starker Vergiftung Herzstillstand; Koliksymptome und Durchfall.
Gefährliche Dosis: stark giftig,
Achtung: Pflanze steht unter Naturschutz
(Leucojum vernum)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt

Die Frühlings-Knotenblume, auch Märzenbecher genannt, ist eine 10 – 30 cm hohe ausdauernde Zwiebelpflanze aus der Familie der Narzissengewächse. Die duftenden, weißen, glockenförmigen Blüten hängen nickend am Blütenstandschaft. Bereits im Frühsommer werden die Laubblätter wieder eingezogen.
Blütezeit: März-April
Früchte: birnenförmige, fleischige Kapsel aus.
Vorkommen: bevorzugt Auenwälder und Laubmischwälder; Feuchtigkeitsanzeiger; auch als Zierpflanze in Gärten beliebt.
Giftige Pflanzenteile: ganze Pflanze besonders Zwiebel
Wirkung des Gifts: herzwirksame Glykoside führen zu Herzrhythmusstörungen;
bei Aufnahme größerer Mengen: zentralen Lähmungen bis zum Kollaps.
Gefährliche Dosis: giftig, tödliche Dosis: ab 1.000 g Zwiebeln.
Achtung: Die Frühlingsknotenblume kann leicht mit Schneeglöckchen und Maiglöckchen verwechselt werden. Sie gilt nach der Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützt.
(Arum maculatum)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt

Der Gefleckte Aronstab ist eine mehrjährige Pflanze. Während der Blüte erreicht die Pflanze von der Erde bis zur Spitze des hellgrünen Hochblattes eine Höhe zwischen 15 und 50 cm. Die Blüten befinden sich am unteren Teil eines braunen Kolbens. Der Blütenstand ist eine so genannte Kesselfalle. Angelockte kleine Insekten rutschen vom glatten Hüllblatt ins Innere und werden dort durch Sperrhaare festgehalten bis die Blüte bestäubt ist. Der gefleckte Aronstab liebt durchlässige kalkreiche Böden von Auenlandschaften und kommt auch in der Krautschicht von Laub- und Laubmischwäldern sowie in Gebüschen vor, oft in Gemeinschaft mit anderen Pflanzen, die im Frühjahr blühen, wie Lungenkraut und Bärlauch.
Blütezeit: April-Mai
Früchte: Kolben mit scharlachroten Beeren im Sommer
Vorkommen: Laubwälder, Gebüsche, Uferregionen an Bächen
Giftige Pflanzenteile: gesamte Pflanze, auch die Beeren; frisch giftiger als getrocknet
Wirkung des Gifts: Die Giftstoffe sind bei Berührung stark reizend; im Magen-Darm-Trakt führen sie zu starken Entzündungen, danach allgemeine Schwäche, Bewegungsstörungen, insbesondere der Hinterhand bis zu Lähmungen.
Gefährliche Dosis: stark bis sehr stark giftig, Tod nach 24 Stunden möglich, tödliche Dosis nicht bekannt.
(Laburnum anagyroides)
Foto: Heüveldop
Der Goldregen wächst als Zierstrauch in vielen Gärten und Parks. Der üppig blühende Strauch wird etwa 5 – 6 m hoch, manche Exemplare erreichen über 15 m. Die leuchtend gelben Schmetterlingsblüten sind etwa 2 cm groß und hängen in etwa 30 cm langen Trauben. Ihnen verdankt der Goldregen seinen Namen. In manchen Regionen wird der Strauch auch als Bohnenbaum bezeichnet, da er im Juli dunkelgrüne bis braune bohnenähnliche Fruchthülsen ausbildet, die bis zu 18 braunschwarze Samen enthalten.
Blütezeit: April – Juni
Früchte: ab Juli bis zum Winter werden braunschwarze Samen in 5 – 10 cm langen, braunen Hülsen ausgebildet
Vorkommen: ursprünglich Süd- und Südosteuropa; bei uns seit dem 16. Jahrhundert in Gärten und Parks
Giftige Pflanzenteile: ganze Pflanze, höchste Giftkonzentration im Spätherbst in ausgereiften Samen. Wirkstoffe sind auch in getrocknetem Zustand der Pflanze erhalten
Wirkung des Gifts: Cytisin ist das Hauptalkaloid der Pflanze. Es hat eine ähnliche Wirkung wie Nikotin. Zu den Vergiftungserscheinungen zählen zunächst Erregung, Schweißausbruch, Zittern, Hypertonie, später Lähmungen, Krämpfe, Kolik, Koma. Tod durch Atemstillstand
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig, tödliche Dosis: 200 – 300 g Samen oder 500 g Rinde
(Convallaria majalis)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt

Das weit verbreitete intensiv duftende Maiglöckchen ist eine ausdauernde, 10 – 25 cm hohe Pflanze. Sie ist in Gärten ebenso anzutreffen wie in verwilderter Form. In der Mitte von zwei lanzettförmigen Blättern wächst der kantige blütentragende Stängel. Die fünf bis zehn nickenden, weißen Blüten sind glockenförmig angeordnet. Das Maiglöckchen enthält Glykoside, die es sowohl zur Gift- als auch Heilpflanze machen. Die Giftstoffe wirken ähnlich wie die des Roten Fingerhuts auf das Herz.
Blütezeit: April – Juni
Früchte: erbsengroße rote Beeren mit 2 bläulichen Samen
Vorkommen: schattige Laub- und Mischwälder; blütenreichere Zuchtformen beliebt als Gartenzierpflanzen
Giftige Pflanzenteile: ganze Pflanze, besonders Blüte und Frucht
Wirkung des Gifts: Benommenheit, langsame Atmung, Kolik, Durchfall; Herzrhythmusstörungen, verlangsamter Herzschlag, Tod durch Herzstillstand möglich
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig, auch getrocknet noch giftig; tödliche Dosis nicht bekannt
Achtung: Pflanze wird außerhalb der Blüte oft mit Bärlauch verwechselt.
(Convallaria majalis)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt

Die Robinie wächst als Baum, wird bis zu 25 m hoch. Die weißen, manchmal auch gelblichen oder rosafarbenen Blüten hängen in dichten Trauben und verströmen einen starken Duft. Das Holz der Robinie ist sehr hart und wird gerne zu Schreinerarbeiten und als Bauholz verwendet. Der Artname pseudoacacia bedeutet so viel wie Scheinakazie, da sie Ähnlichkeit mit afrikanischen Akazienarten aufweist.
Blütezeit: Mai – Juni
Früchte: im Herbst Samen in rotbraunen Hülsen; manchmal bleiben diese bis zum nächsten Frühjahr am Baum hängen
Vorkommen: die Pflanze stammt aus Nordamerika und hat sich in West- und Südeuropa verbreitet. Garten-, Zier- und Alleebaum, aber auch verwildert an Bahndämmen, Gebüschen und trockenen Wäldern
Giftige Pflanzenteile: ganze Pflanze, besonders Rinde und Früchte
Wirkung des Gifts: die Pflanze enthält vorwiegend in ihrer Rinde giftige Wirkstoffe. Bei geringer Giftmenge (ca. 70 g Rinde) entstehen Magen-Darm-Probleme, bei größeren Giftmengen (ca. 100 g Rinde) Störungen des zentralen Nervensystems. Bei langsamem Verlauf kann es zu Hufrehe kommen
Gefährliche Dosis: stark giftig; tödliche Dosis: 150 g Rinde
Achtung: Robinienholz als Baumaterial enthält noch giftigen Saft in der Rinde!
(Trifolium spec.)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt

Klee (Trifolium) ist eine Pflanzengattung mit 243 Arten. Sie zählt zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler wie auch Goldregen und Lupinen. Klee ist eine wertvolle Futterpflanze, 16 Kleearten werden in der Landwirtschaft verwendet. Dennoch können sie je nach Jahreszeit, Witterung und verfütterter Menge zu Schäden führen. Die Pflanzen sind zwischen 5 und 8 cm hoch mit aufrechten oder kriechenden Stämmen. Die
10 bis 15 cm langen Blütenstände bestehen aus zahlreichen (Rotklee ca. 100; Weißklee 30 – 70) Einzelblüten.
Blütezeit: Mai – August
Früchte: Hülsen mit ein oder zwei Samen
Vorkommen: nährstoffreiche Wiesen und Weiden
Giftige Pflanzenteile: alle grünen Pflanzenteile
Wirkung des Gifts: phototoxische Reaktionen (Überempfindlichkeit gegenüber Licht), Hautveränderungen, gerötete und geschwollene Augenlider und Lippen. Atemprobleme, Anstieg der Herzfrequenz, blasse Schleimhäute. Hufrehe, Fruchtbarkeitsstörungen und Fehlgeburten, Krämpfe
Gefährliche Dosis: giftig, stark giftig
(Melilotus spec.)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt

Steinkleearten sind ein- bis zweijährige krautige Pflanzen. Der Echte Steinklee (s. Bild) und der Weiße Steinklee sind bei uns weit verbreitet. Beide Sorten gehören zu den Schmetterlingsblütlern und haben identische Inhaltsstoffe. Der Gattungsname Melilotus bezieht sich auf die honigreichen Blüten (griech. méli = Honig und lotós = Klee). Steinklee wird als Weidepflanze, besonders als Bienenweide, verwendet. Aus Steinklee wird auch Heu und Silage bereitet. Beim Trocknen wandelt sich das in den Pflanzen enthaltene Melilotosid in Coumarin um. Bei Schimmelpilzbefall wird Coumarin in giftiges Dicoumarol umgewandelt.
Blütezeit: Mai – September
Früchte: gelber Steinklee: einsamige, eiförmige Hülsen; Weißer Steinklee: einsamige Hülsen in elliptischer Form
Vorkommen: an Wegrändern, Bahndämmen und trockenen Ackerrändern, auf Schuttplätzen und Hügeln; Weißer Steinklee auch als Kulturpflanze
Giftige Pflanzenteile: gesamte Pflanze im Heu unter Einwirkung von Schimmelpilzen
Wirkung des Gifts: nach 2 bis 3 Wochen der Steinklee-Fütterung, in verdorbener Silage, Verlangsamung der Blutgerinnungszeit. In der Folge entstehen bei kleinster Schädigung der Blutgefäße durch Stöße, Schläge beispielsweise, Blutungen, die u. U. tödlich verlaufen können.
Symptome: Einblutungen in Haut und Schleimhäute, Blutarmut, blasse Schleimhäute, beschleunigte Atmung und Herzfrequenz, Magen-Darmbeschwerden, blutiger Urin, Fehlgeburten. Dicumarol wird auch über die Milch ausgeschieden
Gefährliche Dosis: stark giftig bei Schimmelpilzbefall, tödliche Dosis: 40 g Coumarin
Achtung: Die Giftwirkung kann in Heu und Silage mehrere Jahre anhalten.
( Lupinus)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt
Lupinen (Lupinus) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). In Mitteleuropa trifft man am häufigsten die Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus) an. Je nach Art tragen die Pflanzen gelbe, weiße, hellblaue oder rosa oder auch rote Blüten. Lupinen dienen der Bodenverbesserung, da sie mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden aufbauen; sie werden daher auch untergepflügt. Als Futterpflanze werden Süßlupinen angepflanzt. Dabei handelt es sich um Zuchtformen mit einem niedrigeren Giftgehalt.
Blütezeit: Juni – August
Früchte: mehr oder weniger behaarte Hülsen
Vorkommen: wild an Böschungen von Straßen und Eisenbahnen, Waldrändern, Lichtungen; auf Äckern als Futterpflanze sowie in Gärten
Giftige Pflanzenteile: besonders Samen, Blätter weniger; Wirksamkeit bleibt auch in getrocknetem Zustand erhalten
Wirkung des Gifts: Zittern und Unruhe, Tiere sondern sich ab, haben Schaum vor dem Maul. Schleimhäute färben sich bläulich, Atmung ist erschwert, erhöhte Ausscheidung des Harns, Schüttelkrämpfe, Blutarmut und Gelbsucht. Tod durch Koma und Atemlähmung; u. U. erst nach Wochen
Gefährliche Dosis: giftig (Süßlupinen) bis stark giftig (Bitterlupinen), tödliche Dosis nicht bekannt, Pferde sind aber besonders empfindlich
(Digitalis spec.)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt
Die Fingerhüte (Digitalis) sind aus der Familie der Wegerichgewächse. Digitalis-Arten wachsen als zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen mit traubigen Blütenständen. In Deutschland kommen vier Arten vor: der Großblütige Fingerhut, der Gelbe Fingerhut sowie der Rote Fingerhut (s. Bild) und auch der Wollige Fingerhut. Ihren Namen tragen die Pflanzen wegen der bauchig glockigen Blütenform. Die heutzutage aus dem Wolligen Fingerhut gewonnenen Digitalispräparate sind bekannte Herzmittel. Außerdem wird Digitalis in der Homöopathie eingesetzt.
Blütezeit: Juni – August
Früchte: eiförmige Kapsel mit vielen kleinen gerippten Samen
Vorkommen: lichte Wälder, Waldränder, Kahlschläge und sonnige Berghänge. Roter Fingerhut häufig auch in Gärten
Giftige Pflanzenteile: alle Pflanzenteile, auch getrocknet
Wirkung des Gifts: Benommenheit, Schwitzen, unregelmäßige Atmung, Zittern, Durchfall, häufiges Harnen, Verlangsamung des Herzschlags, gefolgt von lauten Herztönen und Herzrhythmusstörungen, Taumeln, Zuckungen. Tod durch Herzstillstand
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig, tödliche Dosis bei 25 g der getrockneten und 100 – 200 g der frischen Blätter
Achtung: Der Großblütige Fingerhut und der Gelbe Fingerhut sind geschützt!
(Veratrum spec)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt
Germer sind kräftige, krautige Pflanzen mit kräftigem Stängel und vielblütigen Rispen. Bekannt sind 25 – 30 Arten, darunter der Weiße Germer (s. Bild), auch Nieswurz, Läusewurzel oder Lauskraut genannt und der Schwarze Germer. Die Pflanzen erreichen eine Höhe zwischen 50 und 150 cm. In der Antike wurde die Pflanze als Mord- sowie Pfeilgift genutzt. Ein Absud des Weißen Germers wurde früher zur Bekämpfung von Läusen bei Mensch und Tier sowie zur Vernichtung von Küchenschaben eingesetzt. Aus der Wurzel wurde Niespulver hergestellt. Heute wird der Weiße Germer wegen der Giftigkeit nur noch homöopathisch aufbereitet eingesetzt.
Blütezeit: Juni – August
Früchte: vielsamige, dreifächrige Kapseln
Vorkommen: feuchte Wiesen, Weiden, Lichtungen und Flachmoore der Alpen und Voralpen. Je höher der Standort, desto geringer ist der Wirkstoffgehalt in den Pflanzen.
Giftige Pflanzenteile: gesamte Pflanze, frisch ebenso wie getrocknet, besonders die Wurzel
Wirkung des Gifts: die Alkaloide des Weißen Germers wirken betäubend und blutdrucksenkend. Weitere Symptome sind: verlangsamte Atmung und Puls, Körpertemperatur sinkt, später Anstieg, Blutdruck sinkt, Durchfall, Kolik, Krämpfe, Lähmungen des Zentralnervensystems
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig, Giftgehalt schwankt jahreszeitlich, tödliche Dosis: 1 g Wurzel pro kg Körpergewicht
Achtung: Auf der Weide meiden Pferde Germer weitgehend, eine Gefahr stellt die Pflanze im Heu dar.
(Aconitum napellus)
Foto: Dr. Joachim Eberhardt
Der unter Naturschutz stehende Blaue Eisenhut gilt als giftigste Pflanze Europas. Wie alle Aconitum-Arten ist auch der weiß- bis hellgelb blühende Wolfs-Eisenhut (Aconitum lycoctonum) sehr giftig. Die 50 – 150 cm hohen Stauden haben 5 – 7fach geteilte, tief eingeschnittene Blätter und tragen violette bis tiefblaue, in Rispen stehende Blüten. Schon das Berühren der Pflanze ist gefährlich; zwei Gramm der Wurzel sind für den Menschen tödlich. Zu Vergiftungen kommt es bei Tieren sehr selten, da die Pflanze gemieden wird; eine Gefahr besteht am ehesten auf Bergweiden.
Blütezeit: Juni – September
Früchte: 3 – 5-teilige Balgkapseln mit bis zu 14 braunen Samen nach der Blüte
Vorkommen: feuchte Weiden, Bachufer und höhere Berglagen
Giftige Pflanzenteile: gesamte Pflanze, besonders Wurzelknollen und Samen.
Wirkung des Gifts: Hauptwirkstoffe sind Alkaloide und Alkamine, Giftgehalt im Winter am höchsten und während der Blüte am geringsten. Aufnahme über die Schleimhäute, aber auch über unverletzte Haut. Vergiftungen äußern sich in Erregung, Unruhe, Durchfall, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen und Lähmungen. Tod durch Atemlähmung oder Kreislaufversagen
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig; wenige Gramm sind gefährlich, tödliche Dosis beim Pferd: 200 – 400 g der frischen Pflanzenteile oder 350 g getrocknete Wurzelknolle
(Pteridium aquilinum)
Foto: Heüveldop
Der Adlerfarn ist ein weltweit verbreiteter, auffälliger Farn. Aus dem Wurzelstock (Rhizom) wachsen bis 2 m hohe bogenförmig geneigte 2–3fach gefiederte Blätter, deren Umriss dreieckig ist. An den umgerollten Blatträndern befinden sich Sporenhaufen (Sori). Diese reifen zwischen Juli und September. Für Pferde stellt Adlerfarn vor allem eine Gefahr dar, wenn er sich auf Weiden verbreitet – 20 % Besatz werden als kritisch betrachtet.
Sporen: Sporen befinden sich als Kapselhäufchen von Sommer bis Herbst an den Unterseiten der umgerollten Blattränder.
Vorkommen: An Waldrändern, in lichten Wäldern und Kahlschlägen sowie auf vernachlässigten Weiden.
Giftige Pflanzenteile: Gesamte Pflanze , höchster Gehalt an Wirkstoffen in den jungen Blättern. Adlerfarn ist auch getrocknet (Heu!) noch giftig
Wirkung des Gifts: Adlerfarn enthält Blausäureglykoside, das Saponin Pteridin, Ptaquilosid, welches krebserregende Eigenschaften hat und das Enzym Thiaminase, welches Vitamin B1 zerstört. Vergiftungen äußern sich durch Störungen des Zentralen Nervensystems, z. B. in einem gestörten Bewegungsablauf. Zu weiteren Symptomen zählen: blutige Diarrhöe, Nierenschäden und Blutharn.
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig, tödliche Dosis: 2–3 kg Adlerfarn pro Tag über einen Zeitraum von 30 Tagen.
(Paris quadrifolia)
Foto: Heüveldop
Die Einbeere ist eine recht auffällige bis
30 cm hohe Pflanze. Sie trägt gewöhnlich vier Laubblätter, die wie ein Quirl unter einer endständigen Blüte sitzen. In der Mitte der grünen Blütenblätter sitzt der blauschwarze Fruchtknoten. Daraus entwickelt sich ab August eine kirschgroße, ebenfalls blauschwarze Beere. Der deutsche Name bezieht sich auf diese eine Beere. Als weitere Bezeichnungen waren Pestbeere, Teufelsbeere, Sauauge und Kleine Tollkirsche geläufig.
Blütezeit: Ende April bis Mitte Juni
Früchte: Im Sommer bis Spätsommer, bildet die Pflanze kirschgroße, einzelne schwarzblaue Beeren.
Vorkommen: In Laub- und Laubmischwäldern, auf grundwasserfeuchten, nährstoffreichen Böden.
Giftige Pflanzenteile: gesamte Pflanze, besonders Wurzel und Beeren.
Wirkung des Gifts: Allgemeine Erregung, Darmbeschwerden, Durchfall, Kolik, Schäden am zentralen Nervensystem mit Muskelzucken.
Gefährliche Dosis: giftig, tödliche Dosis nicht bekannt.
(Ricinus communis)
Foto: Heüveldop
Der Rizinus stammt ursprünglich aus Afrika. Die 1–2 m hohe Pflanze hat einen dicken, oft rotbraunen Stängel, weibliche rote Blüten und darunter männliche mit ihren gelben Staubgefäßen. Rizinusöl ist ein geschätztes Heilmittel, vor allem bekannt als Abführmittel. Der in den Samen (Bild) enthaltene Wirkstoff Ricin ist eines der stärksten bekannten natürlichen Toxine (1 g Samen kann bis zu
1 mg Ricin enthalten). Die Giftstoffe bleiben in den Pressrückständen zurück, so dass das Öl selbst ungiftig ist.
Blütezeit: Juli bis September
Früchte: Sommer bis Frühherbst rötliche Fruchtkapseln mit zeckenähnlichen Samen.
Vorkommen: Zierstrauch in Gärten und Parks
Giftige Pflanzenteile: Blätter und Samen, wenn diese zerkaut werden.
Wirkung des Gifts: Schwitzen, Ataxie, Muskelzuckungen, Kolik, Entzündungen im Magen-Darm-Trakt, Schädigung von Leber und Nieren. Erste Symptome können bereits nach 2 Stunden oder aber erst nach einem Tag eintreten.Gefährliche Dosis: sehr stark giftig, tödliche Dosis: 0,1 g Ricinus-Samen/kg Körpergewicht, das entspricht etwa 60 g Samen für ein ausgewachsenes Pferd.
Achtung: Rizinus-Extraktionsschrot wird organischem Dünger beigemischt. Rückstände könnten ins Futter gelangen, wenn z. B. Produktionsanlagen oder Fahrzeuge nicht genügend (erhitzt!) gereinigt wurden.
(Bryonia spec.)
Foto: Heüveldop
Die Zaunrüben (Bryonia) gehören zur Pflanzengattung der Kürbisgewächse. Die ausdauernde krautige Kletterpflanze bildet
2 bis 3 m lange Ranken mit rauen, fünflappigen Blättern. Diese haben Ähnlichkeit mit den Blättern des Efeus, daher besteht Verwechslungsgefahr. Jedem Blatt steht eine Sprossranke gegenüber, mit deren Hilfe sie klettern kann. Auffallend sind die giftigen roten Beeren bzw. schwarzen Beeren der weißen Zaunrübe.
Blütezeit: Juni bis September
Früchte: Erbsengroße rote bzw. schwarze kugelige Beerenfrüchte mit einer dünnen Haut.
Vorkommen: An Zäunen und Hecken.
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze, besonders Beeren und Wurzeln.
Wirkung des Gifts: Schwitzen, verstärkte Atmung, Durchfall (Diarrhöe), manchmal auch Verstopfung (Obstipation).
Gefährliche Dosis: stark giftig bis sehr stark giftig; tödliche Dosis nicht bekannt.
(Nerium oleander)
Foto: Heüveldop
Der in verschiedenen Farben blühende Oleander stammt aus dem Mittelmeerraum und ist bei uns als beliebte Kübelpflanze verbreitet. Der mediterrane immergrüne Strauch wächst bis zu 6 m hoch. Im Sommer trägt der Oleander 5-blättrige Blüten, die in Trugdolden stehen. Die ledrigen Blätter haben eine lanzettliche Form und stehen gewöhnlich zu dritt in einem Quirl. Die Pflanze enthält u.a. das herzwirksame Glycosid Oleandrin und wird homöopathisch aufbereitet zu Heilzwecken eingesetzt.
Blütezeit: Juli bis September.
Früchte: Oleander bildet schotenartige Balgfrüchte mit behaarten Samen aus, die bis zu 15 cm lang werden können.
Vorkommen: Garten und als Kübelpflanze
Giftige Pflanzenteile: ganze Pflanze, auch getrocknet! Blätter haben den höchsten Giftgehalt in der Blütezeit.
Wirkung des Gifts: Kolik, Diarrhöe (evtl. blutig), Schleimhautirritation, Herzrhythmusstörung, kalte Extremitäten. Der Tod kann schnell durch Herzlähmung eintreten.
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig, tödliche Dosis: 15–20 g grüne Oleanderblätter (etwa 20–60 Stück).
Achtung: Bei tragenden Stuten kann es durch eine Vergiftung zu Fehlgeburten kommen.
(Senecio jacobea)
Foto: Heüveldop
In Deutschland gibt es ca. 25 Kreuzkraut-Arten. Wobei das Jakobskreuzkraut am giftigsten ist. Dessen Gift wird im Körper nicht abgebaut, sondern über Jahre angesammelt, u. U. bis zur tödlichen Grenze. Jakobskreuzkraut ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr besteht sie aus etwa 20 Zentimeter langen Grundblättern. Der oft rötliche Stängel mit löwenzahnähnlichen Blättern und den gelben Blütenständen entwickelt sich erst im zweiten Jahr. Versuche, Jakobskreuzkraut durch Mähen einzudämmen, scheitern. Nach dem Schnitt treibt die Pflanze stärker aus und steigert den Giftgehalt um das Hundertfache. Die Pflanzen müssen ausgestochen werden. Pferde meiden in der Regel älteres Jakobskreuzkraut. Unter ungünstigen Umständen (Futterknappheit, unerfahrene Jungtiere) wird es dennoch gefressen. In Heu und Silage verlieren die Pflanzen zudem den typischen Eigengeruch und die Bitterkeit.
Blütezeit: Juni bis September
Früchte: Nach der Blüte; eine Blüte produziert bis zu 150.000 Samen.
Vorkommen: Straßen- und Wegränder, ungepflegte Weiden mit Trittschäden, Straßenböschungen, Bahndämmen, Schuttplätze
Giftige Pflanzenteile: Gesamte Pflanze ist stark giftig. Giftstoffe (Alkaloide) sind auch in Heu und Silage wirksam. Höchste Konzentrationen in Blüten und jungen Pflanzen.
Wirkung des Gifts: Akute Vergiftungen mit größeren Mengen haben meist tödlichen Verlauf innerhalb weniger Tage. Zu den Symptomen zählen: erhöhte Puls- und Atemfrequenz, Kolik, Krämpfe und Leberschädigung bis zum Leberversagen. Bei chronischem Verlauf: Appetitlosigkeit, häufiges Gähnen, beschwerliches Atmen, Abmagern, Absondern von Weidekollegen. Verstopfung oder blutiger Durchfall, Verschlechterung des Sehvermögens bis zur Blindheit, Gelbsucht, zielloses Umherwandern, Tod durch Leberkoma.
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig, tödliche Dosis: für ein erwachsenes Pferd ca. 20–30 kg der frischen Pflanze oder zwei bis vier Kilogramm getrocknetes Kraut im Heu – angesammelt über ein ganzes Leben!
Tipp: www.jacobskreuzkraut.de
(Agrostemma githago)
Foto: Heüveldop
Die bis zu 1 m hohe Kornrade gehört zur Familie der Nelkengewächse und hat meist violette bis purpurfarbene Blüten mit fünf Blütenblättern. Unter der Blüte sitzt ein bauchiger Kelch, dessen längliche Spitzen die Blüte um mehr als das doppelte überragen. Der Stängel ist filzig behaart und hat linealförmige Blätter, die sich paarweise gegenüberstehen. Früher, als die Kornrade noch häufig als Feldblume bzw. Ackerunkraut anzutreffen war, kam es durch Vermischung von giftigen Samen und Getreidekorn häufiger zu Vergiftungen. Durch Unkrautvernichtung und Saatgutreinigung wurde die Pflanze stark dezimiert, so dass Vergiftungsfälle heute nur noch selten auftreten.
Blütezeit: Mai bis Juli
Früchte: Nach der Blüte werden Kapseln mit dunkelbraunen Samen ausgebildet.
Vorkommen: Getreidefelder und Wegränder.
Giftige Pflanzenteile: Gesamte Pflanze, besonders die reifen Samen.
Wirkung des Gifts: Toxine wirken auf den Herzmuskel und das Zentrale Nervensystem. Zu den Symptomen zählen Durst, Benommenheit, Fressunlust und starker Speichelfluss. Außerdem kommt es zu Schleimhautreizungen im Maul und zu Zahnfleischendzündungen, Krämpfen, Kolik sowie zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen, wodurch Leber und Niere geschädigt werden können. Tod durch Lähmung der Atmung ist möglich.
Gefährliche Dosis: stark giftig, tödliche Dosis beim Pferd nicht bekannt.
Als Anhalt: Bei Schweinen und Rindern sind 2,5 bis 5 g Samen/kg Körpergewicht tödlich.
(Consolida spec., Delphinium spec.)
Foto: Heüveldop
Die Rittersporne (Delphinium), es gibt etwa 300 bis 350 Delphinium-Arten, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Sie sind mit den Feld-Ritterspornen (Consolida), den am häufigsten wild wachsenden Arten, nahe verwandt. Feld-Rittersporn (Foto) erreicht eine Höhe von 20 bis 40 cm und trägt seine violetten, manchmal weißen, Blüten in einer endständigen Traube. Auffällig ist der bis zu 2,5 cm lange Blütensporn. Rittersporn enthält in allen Pflanzenteilen, besonders aber in den Samen, giftige Alkaloide, die in ihrer Form denen des Eisenhutes ähneln.
Blütezeit: Mai bis September
Früchte: Nach der Blüte werden dunkelbraune, rau beschuppte Samen ausgebildet.
Vorkommen: Getreidefelder, Wegränder, Wiesen, Gärten.
Giftige Pflanzenteile: Gesamte Pflanze, besonders die Samen.
Wirkung des Gifts: Speichelfluss, Magen- Darmentzündungen, Durchfall, Muskelschwäche und Muskelzuckungen, Bewegungsstörungen, Benommenheit und Blutdruckabfall, Lähmungen, Herzschäden.
Gefährliche Dosis: giftig bis stark giftig.
(Atropa belladonna)
Foto: Heüveldop
Die Tollkirsche ist eine Vertreterin der Nachtschattengewächse. Sie trägt glockige, außen braunviolette und innen gelbgrün gefärbte Blüten mit fünf Blütenblättern. Nach der Blüte bildet die Pflanze ihre schwarzen, glänzenden, kirschgroßen Beeren. Wegen dieser Ähnlichkeit der Früchte mit Kirschen und der Giftwirkung auf den Menschen, die tobsüchtig wurden, erhielt die Pflanze den Namen Tollkirsche. Sie wurde schon von Paracelsus (1493–1541) erwähnt, diente früher als Heilmittel, wurde aber ebenso zu Giftmorden missbraucht. Die Pflanze enthält u.a. das Alkaloid Atropin, das zu einer Weitung der Pupillen führt und noch heute in der Augenheilkunde eingesetzt wird. Außerdem wird die Tollkirsche in der Homöopathie eingesetzt.
Blütezeit: Juni bis August
Früchte: Schwarze, glänzende, kirschgroße Beeren nach der Blüte.
Vorkommen: An Waldrändern, Kahlschlägen und auf Lichtungen in Laub- und Laubmischwäldern.
Giftige Pflanzenteile: Gesamte Pflanze, vor allem Samen, Blätter und Beeren.
Wirkung des Gifts: Trockene Schleimhäute, Schluckbeschwerden, Durst, erweiterte Pupillen, Erregung, Sehstörungen, Verstopfung, erhöhte Pulsfrequenz und Atmung, Anstieg der Körpertemperatur. Im Falle einer starken Vergiftung kommt es zu Störungen im Bewegungsablauf, Tobsuchtsanfällen und letztlich zum Tod durch Atemlähmung.
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig, tödliche Dosis: 200 g bis 300 g Blätter oder 180 g Wurzeln.
Achtung: Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit Wildbrombeeren, da die Pflanzen in Nachbarschaft wachsen und die Beeren der Tollkirsche zudem süßlich schmecken.
(Hyoscyamus niger)
Foto: Heüveldop
Die krautige Pflanze war vermutlich schon im alten Ägypten bekannt. Im Altertum wurde sie für zahlreiche Giftmorde verwendet und auch später diente das Kraut nicht nur zu Heilzwecken. Es ist eines der ältesten Narcotica. Die auftretenden Rauschzustände bei Mensch und Tier wurden für manchen Unsinn ausgenutzt. Die ebenfalls gebräuchlichen Namen Schlafkaut, Zigeunerkraut, Hühnertod lassen es ahnen. Das Bilsenkraut wird etwa 80 cm hoch, hat schwefelgelbe Blüten und gezähnte Blätter. Typisch sind sein unangenehmer Geruch und Geschmack, so dass Vergiftungen bei Pferden eher selten auftreten.
Blüte: Juni – Oktober
Früchte: Nach der Blüte bilden sich eiförmige Kapseln mit ca. 200 kleinen graubraunen Samen.
Vorkommen: Zwar selten, aber in ganz Europa vorkommend auf Wegen, an Mauern und auf Schuttplätzen.
Giftige Pflanzenteile: Gesamte Pflanze, besonders Wurzeln und Samen.
Wirkung des Gifts: Zentralnervöse Störungen, Koliken, Atemlähmung.
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig, tödliche Dosis ca. 300 g der frischen Pflanze.
(Solanum nigrum)
Foto: Heüveldop
Der Bittersüße Nachtschatten ist ein kletternder oder niederliegender Halbstrauch aus der Familie der Nachtschattengewächse, zu denen auch Tollkirsche, Stechapfel und das Schwarze Bilsenkraut gehören. Die Pflanze wird 30 bis 200 cm hoch und trägt violette Blüten mit auffällig verwachsenen gelben Staubblättern. Im Herbst bildet die Pflanze giftige Beeren. Diese sind reich an Zucker und schmecken anfangs bitter, später süß, was der Pflanze wohl ihren Namen eingebracht hat. Eine heilkundliche Anwendung der Pflanze ist Überlieferungen zu Folge seit Mitte des 16. Jahrhunderts bekannt. Heute wird sie vereinzelt noch homöopathisch aufbereitet eingesetzt.
Blüte: Juni – August
Früchte: Erbsengroße, rote Früchte im Spätsommer und Herbst.
Vorkommen: Fast in ganz Europa, bevorzugt an feuchten bis mäßigtrockenen Stellen; an Ufern, in Auwäldern und Kahlschlägen.
Giftige Pflanzenteile: In unreifen Beeren ist der Giftgehalt am höchsten, niedriger in den Blättern und Stängeln und am niedrigsten, bis fast fehlend, in vollreifen Früchten.
Wirkung des Gifts: Durchfall, Koliken, Schleimhautentzündungen, Zersetzung der roten Blutkörperchen, in schweren Fällen Tod durch Herzstillstand.
Gefährliche Dosis: stark giftig, tödliche Dosis nicht bekannt.
(Brugmansia arborea)
Foto: Heüveldop
Die Engelstrompete, eine Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse, und eng verwandt mit dem Stechapfel. Sie fällt durch bis zu 20 cm lange, trompetenförmige weiße, gelbe und rosarote Blüten auf. Sie wächst als kleiner Baum und erreicht eine Höhe bis zu 2 m. Nicht nur in den Ursprungsländern Süd- und Mittelamerikas nutzten die Ureinwohner die Pflanze als Rauschmittel. Ende der 1990er Jahre wurde festgestellt, dass jugendliche Konsumenten von Naturdrogen vermehrt zu Engelstrompete und Stechapfel greifen. Die meisten Konsumenten halten die Pflanzen für ungefährlich. Eine fatale Fehleinschätzung. Da die Dosierung sehr schwer ist, kommt es leicht zu Überdosierung mit schweren Komplikationen. Manch Trip führte schon direkt in die Psychiatrie.
Blüte: Sommer – Frühherbst
Früchte: kastanienartige, eiförmige Frucht ohne Stacheln
Vorkommen: Als Zierpflanze in Gärten und Parkanlagen.
Giftige Pflanzenteile: Alle Pflanzenteile, höchster Giftgehalt zur Blütezeit.
Wirkung des Gifts: Schluckbeschwerden, Anstieg der Körpertemperatur, Durst, beschleunigte Atmung, Herzrhythmusstörungen, Erregung, Durchfall, Lähmungen.
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig; tödliche Dosis nicht bekannt.
Achtung: Da gerade Jugendliche in der Hoffnung auf LSD-ähliche Trips Tees zubereiten, sollten Betreiber von Ferienhöfen auf diese Pflanze zur Begrünung ihrer Anlage verzichten.
(Datura stramonium)
Foto: Heüveldop
Der Gemeine Stechapfel bzw. Weiße Stechapfel ist in Mitteleuropa der häufigste Vertreter der Gattung der Stechäpfel. Die aufrecht- bis buschigwachsende einjährige Pflanze mit den trompetenförmigen Blüten erreicht eine Höhe von 20 bis 120 cm. Ähnlich wie auch Bilsenkraut, Tollkirsche und Engelstrompete enthält die Pflanzen große Mengen Tropanalkaloide. Die halluzinogene Wirkung verführt zu leichtfertigen Experimenten. Vom Konsum ist dringend abzuraten, da die Konzentrationen der Wirkstoffe von Pflanze zu Pflanze und von Pflanzenteil zu Pflanzenteil sehr stark schwanken. Ein schwach wirkendes Blütenteil oder Samenkorn kann beim nächsten Mal ein Vielfaches des Wirkstoffes enthalten und mitunter lebensgefährlich sein.
Blüte: Juni – Oktober
Früchte: Stachelige Kapseln mit schwarzen, nierenförmigen Samen
Vorkommen: Wegränder, Ödland, Felder, Gärten
Giftige Pflanzenteile: Ganze Pflanze, für Pferde auch Samen.
Wirkung des Gifts: Futterverweigerung, Anstieg der Körpertemperatur, Durst, beschleunigte Atmung, Durchfall, Harndrang, starke Erregung, Muskelzittern, Atemlähmung.
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig; ein Gehalt von ca. 75 mg/kg Futter führte nach 10-tägiger Aufnahme zu klinischen Symptomen (Quelle: Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie Zürich).
( Nicotina tabacum)
Foto: Heüveldop
Der Virginische Tabak ist eine 1 bis 3 m hoch wachsende, einjährige Pflanze, die an allen Teilen klebrig behaart ist und kleine, rote, kelchförmige Blüten trägt. Der Name Tabak stammt möglicherweise von der Insel Tabago oder aus der mexikanischen Provinz Tabasco, wo die Pflanze von den Europäern zuerst entdeckt wurde. Der Virginische Tabak ist die meist verbreitete Tabakpflanze. Sie wird als Kulturpflanze eingesetzt und zählt zu den Nachtschattengewächsen. Es gibt andere Tabakarten, die als Zierpflanzen beliebt sind. Blätter und Blüten enthalten das Alkaloid Nicotin. Der Genuss als Rauchware ist seit frühesten Zeiten bekannt. Im 16. Jahrhundert verbreitete sich das Tabakrauchen auch in Europa.
Blüte: Juni – September
Früchte: längliche Kapseln mit zahlreichen Samen
Vorkommen: Kultiviert in Gärten und auf Äckern
Giftige Pflanzenteile: ganze Pflanze, besonders die getrockneten Blätter; reife Samen sind ungiftig.
Wirkung des Gifts: Erregung, Speicheln, Atemnot, verlangsamter Herzschlag; Abort bei trächtigen Stuten möglich.
Gefährliche Dosis: sehr stark giftig; 15 – 30 g bringen Pferde außer Atem, 300 – 1.200 g getrocknete Blätter wirken tödlich.
Achtung: Vergiftete Stuten geben das Nicotin über die Milch ab. Fohlen sind dann in großer Gefahr!
(Glechoma hederacea)
Foto: Heüveldop
Gundelrebe oder Gundermann ist eine krautige, ausdauernde und wintergrüne Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die kleine Pflanze kriecht bis auf den blühenden Teil auf der Erde. Die Blätter haben eine gewisse Ähnlichkeit mit den Efeublättern. Auffällig sind die kleinen blauen Lippenblüten. Die Gundelrebe findet beim Menschen als Heil- und Gewürzpflanze Verwendung, für Pferde ist sie allerdings giftig.
Blüte: April und Juni
Früchte: Sommer – Spätsommer
Vorkommen: Ufer, Wiesen, Weiden und Auen
Giftige Pflanzenteile: Gesamte Pflanze, auch noch im getrockneten Zustand über mehrere Wochen.
Wirkung des Gifts: Pupillenerweiterung, Schweißausbrüche, Anstieg der Körpertemperatur, Zittern, Schleimausfluss aus dem Maul sowie rötlich-gelber Schaum, der aus der Nase austritt. Die Tiere röcheln beim Atmen und Husten auch, die Atmung wird schneller und ist erschwert. Die Herzfrequenz kann ansteigen.
Gefährliche Dosis: stark giftig; Todesfälle nach Aufnahme größerer Mengen.
(Aesculus hippocastanum)
Foto: Heüveldop
Die bekannte Rosskastanie erreicht stattliche Höhen von 10 bis 20 m. Ihre Blätter sind fingerförmig angeordnet und werden bis zu 20 cm lang. Die Blüten stehen in pyramidenförmigen Rispen und verwandeln die Baumkronen in der Blütezeit von April bis Mai in ein weißes oder rotes Blütenmeer.
Man verwendet flüssige Rosskastanienextrakte bei Venenerkrankungen (Krampfadern), Hämorrhoiden sowie bei Durchblutungsstörungen.
Man sollte die Rosskastanie nicht mit der Edelkastanie (Castanea sativa), auch Marone genannt, verwechseln, die zu einer anderen Pflanzenfamilie gehört und ungiftig ist.
Blüte: April – Mai
Früchte: stachelige grüne Frucht, die zur Reifezeit aufplatzt
Vorkommen: In ganz Europa als Straßen- und Parkbaum
Giftige Pflanzenteile: Alle Pflanzenteile, besonders unreife Früchte und grüne Kapselschalen.
Wirkung des Gifts: Starker Durst, Unruhe, Ängstlichkeit, Kolik, Durchfälle, Muskelzucken und Benommenheit, Todesfälle sind möglich.
Gefährliche Dosis: stark giftig; Todesfälle sind selten, Gefahr besteht im Herbst auf Pferdeweiden mit größeren Kastanienbeständen.
(Ligustrum vulgare)
Foto: Heüveldop
Liguster gehört zu den Ölbaumgewächsen und ist eine beliebte Heckenbepflanzung. Der Strauch wird 1,5 bis 3 m hoch und trägt eiförmig-lanzettliche Blätter, die sich gegenüber stehen. Die kleinen, weißen Blüten stehen in dichten Rispen und verströmen einen unangenehmen Geruch. Die Bezeichnung Liguster kommt von dem lateinischen Wort ligare für binden, da man die Zweige früher als Flechtwerk verwendete. Medizinisch verwendete man früher die Blätter des Gemeinen Ligusters zur Mund- und Rachendes-infektion. Die Droge ist heute allerdings nicht mehr im Gebrauch.
Blüte: Juni – Juli
Früchte: Ab September schwarze, erbsengroße Beeren
Vorkommen: An Waldrändern und Gebüschen
Giftige Pflanzenteile: Beeren, Blätter, Rinde
Wirkung des Gifts: Taumeln, gerötete Schleimhäute, Erweiterung der Pupillen, Herzrasen, Lähmung der Hinterhand und Gleichgewichtsstörungen sind möglich.
Gefährliche Dosis: giftig
Vorsicht: Gartenabfälle nie auf Pferdeweiden entsorgen!
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Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Zürich
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